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SUPREME KUNST DES KONTRAKTPUNKTS UND KÜHNE INNOVATION | Busoni, Mariotti

SUPREME KUNST DES KONTRAKTPUNKTS UND KÜHNE INNOVATION | Busoni, Mariotti

Fonè

Musikgenre: Classica

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SUPREME ART OF COUNTERPOINT AND BOLD INNOVATION

Ferruccio Busoni


Verfügbar in: DSD, Hi-Res Audio

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Supreme Art of Counterpoint and bold Innovation

Macchiette Medioevali Op. 33 Kind. 194 (1895)

1 Dama
2 Cavaliere
3 Paggio
4 Guerriero
5 Astrologo
6 Trovatore

7 Fantasia contrappuntistica Kind. 256 (1910)

8 Zehn Variationen über ein Präludium von Chopin Op. 22 (2. Version) Kind. 213a (1922) 

Anmerkungen

Die leonardeske Figur Ferruccio Busonis ragt in der Musikszene um die Jahrhundertwende imposant hervor. Eine rastlose Aktivität als Mensch und Musiker begleitete ihn sein ganzes Leben lang, und sein universelles Genie ermöglichte es ihm, absolute künstlerische Höhen zu erreichen, auch wenn diese oft verkannt wurden. Seine Virtuosität, beeindruckend in Geschwindigkeit und Kraft, aber niemals effekthascherisch oder selbstzweckhaft, und seine avantgardistische und höchst originelle musikalische Vorstellungskraft waren legendär. Schon in seiner Jugend wurde er vom Publikum verehrt und ließ oft die Kritiker ratlos zurück. Seine Kompositionen, insbesondere die späteren, gehören zu den bedeutendsten und genialsten seiner Zeit: nicht nur die Klavierwerke, sondern auch und vor allem die Orchester- und Opernwerke hatten einen beträchtlichen Einfluss auf eine ganze Generation von Musikern. Er setzte sich aufrichtig dafür ein, die Werke seiner Zeitgenossen (wie die von Arnold Schoenberg, der ihm auf dem Lehrstuhl für Komposition an der Musikakademie in Berlin nachfolgte) durch Aufführungen, Revisionen und kritische Artikel zu verbreiten. Seine literarische Bildung und sein subtiler und scharfer Geist ermöglichten es ihm, die Libretti für seine eigenen Opern zu verfassen und briefliche Beziehungen zu den größten Persönlichkeiten seiner Zeit zu pflegen, sowie einige grundlegende Schriften zu veröffentlichen. Die bedeutendste davon, der Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst von 1907, enthält geniale Einsichten in das dodekaphonische System, die Mikrotonalität, neue Notationssysteme und sogar Andeutungen elektronischer Musik. Er war auch ein Inspirator für neue Instrumente, wie das Wiener Bösendorfer Imperial-Klavier, das für diese Aufnahme verwendet wurde und ursprünglich für ihn gebaut wurde. Die charakteristischen Stücke der Macchiette Medioevali orientieren sich deutlich an Schumanns Album für die Jugend. Sie spiegeln die spätromantische Idealisierung des höfischen Lebens im Mittelalter wider. Im Astrologo treten gewisse mystische Atmosphären und eine polyphone Schreibweise von klar bachscher Herkunft hervor, Elemente, die der reife Busoni so sehr schätzte. 1910 entstand Busonis umfangreichste und wichtigste Klavierkomposition: die Fantasia contrappuntistica, die auf Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge basiert. Busonis Variationen über den Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ gehen den drei Fugen des von Bach unvollendeten und von Busoni leicht modifizierten Contrapunctus XIX voraus. Dieser wird mit einer ausgedehnten Fuge vervollständigt, auf die ein mystisch-visionäres Intermezzo folgt, dann drei Variationen, in denen die Hauptthemen wiederkehren. Eine Kadenz mit großen Arpeggien bereitet die vierte Fuge vor, in der alle Themen gleichzeitig in einer massiven sechsstimmigen Polyphonie kombiniert werden. Über einem Basso ostinato erscheint der Eingangschoral verklärt wieder, dann führt eine Stretta zu einem Finale von außergewöhnlicher Größe und Kraft. Busonis Absicht ist es nicht, eine Transkription zu erstellen – eine Form, für die er zu seinem Bedauern berühmter war als als Komponist –, sondern das Originalwerk neu zu denken und durch seine große musikalische Persönlichkeit zu vermitteln. Für den Konzertsaal gedacht sind dagegen die Zehn Variationen über ein Präludium von Chopin. Das Modell ist eindeutig Brahms. Die hier vorgestellte zweite Version korrigiert gewisse jugendliche Ausschweifungen und gewinnt an Ausdruckstiefe, ohne die konzertante Wirkung zu vernachlässigen.

Giuseppe Mariotti

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